04.06.2020

Die Wohnung wird zur Trainingsstätte

Normalerweise trainieren die Tischfußballern drei bis vier Mal pro Woche. Was aber machen, wenn alle Lokalitäten wegen Corona schließen? Das Trainingsgerät zu Hause nutzen.

So wie Julius Weißenstein, Trainer der Damen-Bundesligamannschaft und Kapitän von der Verbandsliga-Mannschaft Eintracht Frankfurt 3, und Chris Marks, Bundesliga-Tischfußballer und Inhaber einer Agentur für Tischfußball Events. Beide haben mit der Eintracht vom Main-Redaktion über ihren (Trainings-)Alltag und die aktuellen Herausforderungen gesprochen.

Tägliche Trainings mit dem eigenen Tisch-Kicker

„Aufgrund Covid-19 ist mein Arbeitgeber im Sondergeschäftsbetrieb und 95 Prozent der Belegschaft arbeiten von zuhause aus. Ich selbst bin seit dem 13. März im Homeoffice“, erzählt Julius. Dies nutzt er, um zum Start des Tages am Kicker-Tisch, den er in seiner Wohnung stehen hat, zu trainieren. Anschließend beginnt für ihn ein inzwischen gewöhnlicher Arbeitstag, der geprägt ist von vielen Videokonferenzen und Telefonaten. „Wo man früher fast ausschließlich E-Mails geschrieben hat, ruft man heute deutlich häufiger an, um im Kontakt mit anderen Menschen zu sein“, führt Julius den wesentlichen Unterschied in seinem Arbeitsalltag an. Den Feierabend und das Wochenende nutzt er häufig für Training, aber auch für Bewegung an der frischen Luft. Anders sieht der Alltag derzeit bei Chris Marks aus.

Anders sieht der Alltag von Chris aus. Als Inhaber einer Agentur für Tischfußball-Events steht seine Arbeit derzeit komplett still. Durch die freie Zeit  sei sein Trainingspensum bestimmt auf ein bis zwei Stunden am Tag angewachsen. Auch Chris hat das Glück, zuhause in Nidderau einen Kicker-Raum zu haben, in dem er immer zwei bis drei offizielle Turniertische vom Weltverband stehen habe. Außerdem hat er seit einiger Zeit einiger Zeit ein Rudergerät. „Das ist mein neuer Freund. Hier lässt es sich bei Netflix und Co prima entspannen.“ Zudem nutzt er den Wald vor seiner Haustür, um drei bis vier Mal pro Woche laufen zu gehen. Dabei sieht er des Öfteren unsere Triathleten auf dem Rad in ihren Eintracht-Trikots. „Man muss das beste aus der Situation machen, auch wenn mir natürlich mein Training mit Kollegen wie Uli Stoepel und auch die Turniere, Wettkämpfe fehlen“, erzählt Chris.

5er-Training, 100 Pässe, Trainingvideos

Dass es für das Training alleine Motivation und Disziplin ist bei beiden deutlich rauszuhören. Dabei liegt der Trainingsschwerpunkt bei Julius aktuell auf dem 5er-Training und damit verbunden der Ball-Lauf und dessen Kontrolle. Dazu habe er die Möglichkeit einen Schuss zu trainieren, dessen Training sehr intensiv sei. Hin und wieder tausche man sich gegenseitig mit Trainingsvideos aus. „Hier kann man einerseits Fehler erkennen und kann andererseits seinem Gegenüber Tipps und Tricks zeigen.“ Chris trainiert Hunderte von Pässen in vier bis acht Varianten. „Eine Variante ist beispielsweise 100 Pässe im Mittelfeld auf den Sturm über rechts außen zu spielen. Eine weitere Möglichkeit ist beispielsweise vom gleichen Spieler ausgehend, diesmal dann über die Mitte und auch wieder 100 Mal. Solche Drills gibt’s dann auch für den Abwehr- und Sturmbereich.“ Beiden fehlt das Training mit einem Gegner, aber sie sind sich einig, dass man zu schätzen wissen sollte, dass man überhaupt die Möglichkeit hat, zuhause zu trainieren.

Der regelmäßige Austausch mit ihren Vereinskollegen über die verschiedenen WhatsApp-Gruppen ist für beide wichtig. Dabei geht es in dort in diesen Zeiten bunter zu und die Themen gehen weit über den Tischfußball hinaus. „Es wird zu Geburtstagen gratuliert, es werden wichtige Botschaften mitgeteilt. Die freudigste Nachricht war bisher die Schwangerschaft einer Spielerin aus dem Bundesliga-Kader“, erzählt Julius. Aber natürlich ist auch die Diskussion über die Fortsetzung der Bundesliga-Saison immer wieder Thema. „Schließlich sind wir nach unserem Champions League-Sieg 2018 und dem  extrem knappen

Finale 2019, als wir den Vize-Titel geholt haben, voller Motivation und würden gerne auch 2020 den Pott wieder nach Frankfurt holen“, so Chris. Bei allem sportlichen Ehrgeiz ist das Wichtigste für beide dennoch, dass „wir gestärkt aus dieser Zeit herausgehen und alle gesund bleiben.“ (Chris). Julius denkt dabei auch an die Trainingsstätten: „Natürlich hoffen wir, dass unsere Partner ebenso gut durch die Krise kommen und bald ihre Tore wieder für uns öffnen können.“

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